Der Blick hinter die Nachrichten: DSA Worldnews

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Agenturalltag – eine etwas andere Sichtweise

Geschrieben von am 08.03.2012 in Klartext | 2 Kommentare

Heute möchte ich weniger auf bestimmte Fachthemen eingehen, vielmehr mal zum Nachdenken anregen!
Es ist unstreitig, dass der Alltag einer Agentur von Stress, Termindruck und höchster Flexibilität geprägt ist.
Die Betreuung von Social Media Marketing Kampagnen sind ein 24 Stunden Job, ich ertappe mich selbst dabei eine gewisse Nervösität zu entwickeln, wenn mein Iphone gerade nicht greifbar ist.
Ständig ist man bereit und ständig beobachtet seine Kampagnen. Ob Sonntags um 10 Uhr beim Frühstück, beim Sport, eigentlich immer.

Jetzt kann man darüber trefflich philosphieren was im Leben wirklich wichtig ist.
Manche Menschen arbeiten um zu leben, anderen hingegen leben um zu arbeiten.

Was treibt uns wirklich an?
Aktuelles Beispiel aus meinem Arbeitsalltag, gestern passiert:
Ich vereinbare mit einem Kunden, dass er mir eine Aufstellung bestimmter Kennziffern schickt, damit wir für uns gemeinsame Erkentnisse für die Zukunft gewinnen können.
Die Liste kommt prompt per Mail, ich rufe zwei Mitarbeiter zu mir, um sie zu instruieren wie diese Zahlen verarbeitet werden sollen.
Die Mitarbeiter sitzen vor mir und sind gespannt auf ihre Aufgaben.
Innerhalb von 10 Minuten zwischen dem Kundengespräch und dem Meeting habe ich vergessen, was das überhaupt für Zahlen sind! Also rufe ich den Kunden an, der glücklicherweise Verständnis für meine Rückfrage hat, da er meinen stressigen Alltag kennt.

Was sagt uns das?
Sicherlich leide ich nicht an einer Hirnkrankheit, mein Gedächtnis und meine Auffassungsgabe sind exzellent, aber es wurden Grenzen überschritten.
Grenzen der Belastbarkeit, weil ich an dem Tag zuviele Dinge gleichzeitig in hoher Geschwindigkeit entscheiden und abarbeiten musste.
Ich kann jetzt Ihre Gedanken lesen: “Mensch, mach mal Urlaub oder schalte mal ab!”

Was treibt uns an, trotzdem in dieser Geschwindigkeit weiter zu fahren und sogar noch mehr Gas zu geben?
Die Frage muss jeder für sich selbst beantworten und auch die Verantwortung dafür tragen.
Sicherlich soll meine Einstellung hierzu nicht allgemeingültig sein, es ist MEINE Einstellung!
Am gleichen Tag führe ich abends ein Kundengespräch, um die gemeisterte Social Media Krise zu besprechen. Der Kunde ist mir unendlich dankbar und ich werde mit ehrlichen Lob überhäuft! Er vertraut mir bedingungslos und war fassungslos, als ich im mitteilte, dass ich in den nächsten Wochen in seinem Betrieb arbeiten möchte.
Wohlgemerkt als Praktikant in der Produktion!
Ich konnte ihm erklären, dass die Erkenntnisse, die ich auch dieser Zeit für mich gewinnen werde, für den  Kunden bares Geld bedeuten!
Dieses Vertrauen und die Dankbarkeit für unsere Leistung sind wie eine Droge!

Wie verdient man sich dieses Vertrauen? Durch gute Leistung, doch gute Leistung gepaart mit Leidenschaft
ergibt Topleistung!

Eigentlich völlig unverantwortlich seine Gesundheit und seine Familie zu vernachlässigen, nur um Topleistung zu erbringen. Kein Mensch wird sich an mich erinnern, wenn es mich mit 45 Jahren durch einen Herzinfarkt dahingerafft hat! Warum tue ich, bzw. wir das trotzdem?

Die Antwort ist simpel
Es ist eine Droge! Wir sind Suchtabhängige unserer Leidenschaft!
Das wird nicht jeder verstehen und die ganze Zeit mit dem Kopf schütteln “Was für ein Schwachkopf”

Ja, aber die werden nie in den Genuß von absoluter Befriedigung kommen!

Und jetzt hoffe ich darauf viele kontroverse Bemerkungen zu erhalten

Robert Justitz

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2 Kommentare


  • Von: Schlender
    am 08.03.2012 um 13:07 Uhr

    Hallo Robert,
    was nützt Dir die Droge und Befriedigung, wenn Du unterm Torf liegst? Hat dein Körper Dir nicht schon mal gezeigt, wo seine Grenzen sind? Wenn Du einen Gang runter schaltest, kannst Du die Befriedigung viel länger genießen :-) .
    LG Nicole

    • Von: r.justitz
      am 08.03.2012 um 13:31 Uhr

      Hallo Nicole, natürlich zeigt mein Körper Grenzen und natürlich hast Du Recht, mit dem was Du schreibst!
      Rauchst Du?? Wenn ja, warum? Du weisst doch, das es schlecht ist :-)

      LG Robert

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