Der Blick hinter die Nachrichten: DSA Worldnews

Das dsa-Extrablatt blickt hinter die Kulissen: Wir erzählen die Geschichte hinter den Nachrichten. Mal kritisch, mal satirisch – immer lesenswert.

Aus dem Alltag einer Werbeagentur

Geschrieben von am 16.03.2012 in Klartext | Keine Kommentare

Nachdem ich vorherigen Blogbeiträgen bereits einen kleinen Einblick in mein Tagesgeschehen gegeben habe, möchte ich gerne von den letzten drei Tagen berichten. Von absoluter Konzentration, Kreativität, Leidenschaft und der Hotelbar :-)

Vor zwei Wochen habe ich über eine aufkommende Social Media Krise eines Kunden berichtet und wie wir sie gemanagt haben. Der aufmerksame Leser weiss, dass ich eigentlich für das Outsourcing von Social Media Marketing bin, d.h. die Kommunikation muss das Unternehmen selbst machen. Natürlich halte ich mich nicht immer daran, erst Recht nicht, wenn ich “Blut geleckt” habe :-)

Die Krise wurde abgewendet, nun ging es darum das Unternehmen bis ins kleinste Detail kennen zu lernen. Ich darf hier den Namen nennen, es geht um www.kv-shop.de. Das Unternehmen stellt Heimtierfutter, insbesondere BARF her.
Wer nicht weiss, was das ist, bei BARF handelt es sich u.a. um Rohfleischfütterung für Hunde. Ich war auf das Schlimmste gefasst, Hähnchenhälse, Innereien, usw. Ich muss diese Details kennen, wenn ich das Unternehmen in der Kommunikation beraten soll. Sie werben damit, dass nur hochwertiges Fleisch aus artgerechter Haltung verarbeitet wird und dies könnte zu Recht hinterfragt werden.

Also, meinen Projektmanager ins Auto gepackt, Hotel gebucht und los ging es!
Um das Klischee zu bedienen, ja, ich bin mit meinem Porsche 911 Turbo S beim Kunden vorgefahren!
Jetzt wird sich wahrscheinlich der eine oder andere an den Kopf fassen und sagen, wie doof kann man sein?!
Nööö, wir liefern Toparbeit, der Kunde “vergöttert” uns, warum soll ich meinen Porsche verstecken?

Angekommen in Stuttgart ging es mit einer netten und herzlichen Plauderei los.

Die Profis unter den Lesern wissen worauf es ankommt! ZUHÖREN!
Kunden sind betriebsblind! Also zuhören und die Alleinstellungsmerkmale des Unternehmens heraushören. Zunächst einmal waren Herr Weber und ich begeistert und auch sprachlos über den Hygienstandard dieses Unternehmens.
So manche Restaurantküche könnte vom Karnivor Shop einiges lernen.

Über den gesamten Tag wurden wir beide mit Informationen überflutet, totaler informationoverload! Und hier meine ich nicht Fakten über die Herstellungsprozesse oder irgendwelche anderen aus unserer Sicht unwichtigen Details!
So ganz nebenbei haben wir erfahren, das der Karnivor Shop als erstes Unternehmen in Baden Würtemberg die EU Zulassung zur Herstellung von Heimtierfutter erhielt. Wir reden hier über einen hochkomplexen bürokratischen Vorgang, der bis auf kleinste Details mit den Vorschriften für einen Metzgerei übereinstimmt!!!!
Es wird aber noch besser!
Beiläufig erwähnte die Kundin, dass bereits Presseartikel über sie geschrieben wurden.
Könnt Ihr Euch das Gesicht von Herrn Weber und mir vorstellen??

Da ich ein sehr vertrauensvolles Verhältnis zu diesen Kunden habe und wir ihnen letztendlich empfohlen wurden, herrscht zwischen uns ein sehr offenes und partnerschaftliches Verhältnis. Zu diesem Zeitpunkt waren Herr Weber und ich bereits voll mit Adrenalin, der Kunde weiss überhaupt nicht, was für ein einzigartiges Unternehmen er hat! Gut, dafür sind wir da! Und wir können das!

Meine Fassung habe ich aber endgültig verloren, als die Kundin mir auch mal wieder ganz beiläufig erzählte, dass sie regelmäßig Vorträge über BARF halten sollte. Und dies bei so unbedeutenden Institutionen wie der Polizeihundestaffel von Baden Würtemberg!!!
Sie ist eine anerkannte Spezialistin auf diesem Sektor, auch nicht ganz unwichtig zu wissen.
Auf meine Frage, warum im Gottes Namen sie diese Vorträge nicht gehalten hat, antwortet sie mir: “Keine Ahnung, da bin ich unsicher vor so vielen Menschen zu sprechen!”
Es gab eine klare Ansage von mir, sie kommt zu uns ins Unternehmen und mein Partner Herr Dierkes verpasst ihr einen Crashkurs in Präsentationstechniken!

Diese ganzen Informationen erhielten wir innerhalb von ca. 6 Stunden, Weber und Justitz waren fertig mit den Nerven :-)
Ab ins Hotel, 1 Stunde Pause, gemeinsam etwas essen und Informationen sortieren.
Wir haben Unmenegen an Infos, die wir für unterschiedliche Stories verwenden.
Nach dem Essen an die Hotelbar, unsere Aufzeichnungen dabei und den Tag besprochen.
Es kam, wie es kommen musste:
Konzept war fertig und im Kopf abgespeichert! Läuft!
Ganz nebenbei bemerkte ich, dass dabei wohl einige, wenn nicht zuviele Mojitos auf der Hotelrechnung verbucht wurden :-)
Kurz und knapp, Justitz war ein “wenig” angeheitert :-)
Gegen 4 Uhr morgens ins Bett, um 9 Uhr zum Kunden da sollten wir die Fleischproduktion fotografieren.

War keine gute Idee für mich! Ich musste mich kurz entschuldigen, möchte aber auch nicht ins Detail gehen :-)

Gestern Abend gegen 20 Uhr zu Hause angekommen, ins Bett und Wecker auf 4 Uhr gestellt.
Um 5 Uhr war ich im Büro, ersten Textentwurf erstellt und um 6 Uhr den Kunden angerufen.
Textentwurf übersendet mit der Bitte um Freigabe, danach wird noch ein bißchen daran rumgeschraubt, Bilder rein und die Kampagne geht raus!

So macht arbeiten Spass! Danke auch an Herrn Weber! Sie leisten herausragende Arbeit! Das ist Leidenschaft und Hingabe, selbst die Kundin war total überwältigt über diese Geschwindigkeit!

Und genau das ist es, was uns antreibt!

Robert Justitz

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