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Backlinks kaufen – Ein Spiel mit dem Feuer

Geschrieben von am 27.02.2012 in Klartext | 2 Kommentare

Noch immer ranken sich Sagen und Mythen rund um das Thema Backlinks als Instrument für die Suchmaschinenoptimierung.
Viele, auf Suchmaschinenoptimierung spezialisierte Agenturen setzen stark auf dieses äußerst umstrittene Instrument, sie bieten sogar öffentlich den Kauf von Backlinks an.

Ein hohes Risiko auf Kosten der Kunden!

Erfahrungsgemäß haben Kunden, die eine Suchmaschinenoptimierung in Auftrag geben, relativ wenig Kenntnisse auf diesem Gebiet und vertrauen oftmals ihrer Agentur blind.
Gerade um hart umkämpfte Suchbegriffe relativ weit oben in den Suchergebnislisten zu positionieren greift so manche Agentur zum vermeintlichen Ultima Ratio und kauft Backlinks an.

Zur Erläuterung :
Backlinks sind Verlinkungen von externen Webseiten auf die zu optimierende Webseite. Für die Bewertung durch Google und der damit verbundenen Positionierung wird die Anzahl und auch die Qualität dieser Backlinks mit einbezogen.

Google bewertet jedoch nicht nur die Anzahl dieser Backlinks, gerade um das Wissen des Missbrauchs werden noch weitere Kriterien untersucht. Zum einen wird die Qualität dieses Backlinks untersucht, also passt dieser Backlink überhaupt thematisch zu der verlinkenden Seite?
Des Weiteren wird der Zeitraum des Backlinkaufbaus auch genau untersucht! Es gibt Referenzzahlen (Benchmark) an denen sich Google orientiert, dadurch kann ein künstlich erzeugtes Backlinkprofil relativ einfach vom natürlichen Linkwachstum unterschieden werden.

Viel wichtiger ist jedoch die Tatsache, dass Google in seinen Richtlinien den Linkkauf ausdrücklich untersagt. Die Konsequenz, bei dieser Manipulation wäre unter Umständen eine Löschung aus den Suchergebnissen! Sicherlich der Super GAU für jeden Webseitenbetreiber!

Egal wie vorsichtig die Agentur hier vorgehen mag, ein Restrisiko bleibt immer bestehen!
Und dieses Risiko trägt ausschließlich der Kunde.
Natürlich ist es eine schwere Aufgaben, eine Webseite mit sehr begehrten Suchbegriffen gut zu platzieren, jedoch trotzdem auf solche Mittel zurückzugreifen lässt sich mit einem Banküberfall vergleichen.
Anstatt mit ehrlicher Arbeit Geld zu verdienen, überfalle ich halt eine Bank! Kann gut gehen, muss aber nicht.
Vielmehr sollte bei “schweren” Suchbegriffen kreativ auf den long-tail Ansatz zurückgegriffen werden und auch das Social Web gut durchdacht eingesetzt werden.
Bei entsprechender Erfahrung können auch hier sehr gute Ergebnisse erreicht werden.

In meinem Buch “Einführung in die effektive und strategische Suchmaschinenoptimierung” gehe ich gezielt auf solche Lösungsansätze ein.

Der vermeintlich einfachere Weg ist oftmals auch der riskantere Weg!
Was glauben Sie wie viele Banküberfälle nicht aufgeklärt werden?

Robert Justitz

 

 

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2 Kommentare


  • Von: Andreas
    am 03.03.2012 um 09:51 Uhr

    Wo fängt Kauf-Backlink an, wo hört es auf? Ein Werbeeintrag im Branchenkatalog, wie bei anwalt24.de, ein gekaufter Backlink? Eine Anzeige auf suchradar.de ein gekaufter Backlink? Kostenpflichtiger Pressetext-Eintrag ein gekaufter Backlink? Woran erkennt Google, ob ich für einen Content-Link in einem Blog bezahlt habe oder ein freiwilliger Link des Bloggers ist?

    • Von: r.justitz
      am 03.03.2012 um 18:38 Uhr

      Hallo Andreas,
      vielen Dank für Deinen Beitrag!
      Deine Frage, wo der Backlink-Kauf anfängt und wo er endet ist durchaus berechtigt.

      Zunächst stelle ich mal die These auf, dass die tatsächliche Relevanz von Backlinks bei Google noch ziemlich “unerforscht” ist. Letztendlich bleibt es auch das Geheimnis von Google :-)
      Fakt ist jedoch, dass sich ein sinnvoller Linkaufbau auf gar keinen Fall negativ auf die Positionierung auswirkt.
      Auch gehen wir von dem Fall aus, dass es sich um eine Webseite handelt, die tatsächlich über wertvollen Inhalt verfügt und regelmäßig gepflegt wird. Linkaufbau ist ein organischer Vorgang, der sich über einen gewissen Zeitraum völlig selbständig entwickelt. Durch Nutzung sozialer Kanäle wird dies sogar noch beschleunigt.
      Wie ich im meinem Buch beschrieben habe, prüft Google den Linkaufbau nach verschiedenen Kriterien und kann dementsprechend auch Indizien für eine Backlinkmanipulation erkennen.
      Auch die sogenannten Linktauschprogramme sind völliger Schwachsinn, da dadurch u.a. ein reziprokes Linknetzwerk entststeht, welches Google auch sofort erkennt.

      Gegen einen Eintrag in den von Dir genannten Portalen spricht im Prinzip nichts, ob es für den Linkaufbau nützlich ist, entscheiden die Portale selbst, in dem sie der Verlinkung ein “follow” oder ein “nofollow” verleihen.
      Natürlich ist auch gegen Pressetext Einträgen nichts einzuwenden, ob sie kostenpflichtig sein müssen, hängt von der Qualität des Portals ab.
      Wir betreiben selbst ein PR Portal für unsere Kunden, dies ist kostenpflichtig, garantiert aber, dass wir “unique content” verwenden.
      Diese Texte tauchen nur ein Mal im Netz auf und werden nicht wahllos auf allen möglichen kostenlosen PR Portalen verteilt, weil wir dadurch die Problematik des doppelten Contents vermeiden.

      Komme ich auf Deine Frage zurück: “Woran erkennt Google, dass es sich um bezahlte Links handelt?”
      Google wird es im Prinzip nicht erkennen, so lange Du keinen Kaufbeleg für die Links veröffentlichst :-), sicherlich verfügt Google aber über eine Liste von “Linkverkäufern”
      Spezifizieren wir Deine Frage dahin: “Nützt mir dieser manipulierter Linkaufbau etwas?”
      So antworte ich mit einem entscheidenden “Nein!”
      Es kursieren viel zu viele Mythen und Gerüchte in einschlägigen SEO Foren, teils beabsichtigt oder auch nur aus purer Unwissenheit.
      Betrachte Suchmaschinenoptimierung als ein Handwerk, Du benötigst Zeit, Erfahrung und auch Wissen!
      Daran mangelt es sehr vielen “Spezialisten”, auch stellen sich Erfolge im SEO und auch im Social Media Marketing Bereich nicht über Nacht ein, sondern benötigen Zeit, um sich organisch zu entwickeln.
      Ergo, spar Dir das Geld für bezahlte Links, kauf Dir seriöse Lektüre und lerne aus selbstgemachten Erfahrungen.

      Ich hoffe, Dir mit meiner Antwort ein wenig geholfen zu haben. Gerne stehe ich Dir für weitere Fragen zur Verfügung.

      Beste Grüße
      Robert Justitz

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