Der Blick hinter die Nachrichten: DSA Worldnews

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Glaubwürdigkeit und gefälschte Bewertungen

Geschrieben von am 02.05.2012 in Fakten, Social Media Marketing | Keine Kommentare

Bereits am 4.7.2011 habe ich in einem Blogartikel auf die Gefahr des Missbrauchs von Bewertungsportalen hingewiesen

In der aktuellen Tagespresse wird nun berichtet, dass nun ca. 20 -30 % der abgegebenen Bewertungen gefälscht sind.
Besonders erschreckend ist die Tatsache, dass es mittlerweile Agenturen gibt, die sich auf dieses Geschäftsfeld spezialisieren. Auch hat die Professionialität zugenommen, konnten vor einem Jahr die ersten Anfänge von Fälschungen noch anhand von IP Adressen zurück verfolgt werden, so gehen Agenturen heute viel versierter vor.

Woran erkennt man unter Umständen manipulierte Bewertungen?

Ein erstes Indiz könnte die verwendung von Pseudonymen anstatt von Klarnamen sein.
Auch die Häufigkeit und kurze zeitliche Intervalle von Bewertungen können auf Fälschungen hinweisen.
Reagiert ein Rezensient auf häufige zuvor geäußerte Kritik von anderen Nutzern, ist auch hier Vorsicht geboten!
Gleiches gilt für extrem kurze oder auch sehr lange und ausführliche Bewertungen.

Wie schon letztes Jahr von uns gefordert sollte sich das Web 2.0 dahin entwickeln, dass zumindest Bewertungen immer auf Authenzität des Verfassers überprüft werden.
Einige Kunden von uns wurden auch schon Opfer von gefälschten Bewertungen, die höchstwahrscheinlich durch neidische Mitbewerber verfasst wurden.
Bewertungsportale machen es Fälschern auch oftmals sehr einfach. Eine anonyme Mailadresse genügt, mit genügend Geduld und einer ausgeprägten kriminellen Energie kann man innerhalb kurzer zeit den Ruf eines Unternehmens ruinieren!
Viele Bewertungsportale finanzieren sich durch Werbeschaltungen, daher kann eine aufwendige Identifizierung des Nutzers auch nicht in deren Interesse sein.

Nur die wenigsten Unternehmen, die Opfer einer solchen Kampagne werden, kennen die Möglichkeiten sich effektiv gegen diese Art von Rufmord zu wehren.

Leider werden die durchaus positiven Eigenschaften, die das transparente Web 2.0 hier stark in Mitleidenschaft gezogen, unter Umständen sogar “ad absurdum” geführt.

Eine freiweillige Selbstverpflichtung und ein Umdenken von Anbietern der Bewertungsportale ist daher dringend geboten!

Robert Justitz

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