Der Blick hinter die Nachrichten: DSA Worldnews

Das dsa-Extrablatt blickt hinter die Kulissen: Wir erzählen die Geschichte hinter den Nachrichten. Mal kritisch, mal satirisch – immer lesenswert.

Referenzkundenmasche – Augen auf beim Homepagekauf!

Geschrieben von am 22.02.2012 in Klartext | Keine Kommentare

Immer wieder geistern in Suchmaschinen, aber auch in gängigen Medien (Print/TV) Berichte über die berüchtigte “Referenzkundenmasche” auf.
Es liegt mir jetzt weniger daran, hier Unternehmen und somit Mitbewerber an den Pranger zu stellen sondern vielmehr einen kleinen Teil zur Aufklärung beizutragen.

Worauf haben Sie bei einer Beauftragung zur Erstellung einer Homepage zu achten?

Zunächst möchte ich den Begriff “Referenzkunde” ein wenig erläutern.
Kunden werden bei dem Begriff “Referenzkunde” schnell hellhörig, weil damit impliziert werden soll, dass der Kunde eine eigentlich kostenintensive Homepage für sehr kleines Geld erhält, weil die Werbeagentur ihn schließlich zu Werbezwecken bei anderen Kunden nutzen möchte.
Klingt durchaus plausibel und auch attraktiv, meist versteckt sich aber mehr dahinter.

Wenn Sie sich als Leser nun mal kurz zurücklehnen und darüber nachdenken, wann Sie jemals seriös als Referenzkunde geworben wurden, sollten langsam die ersten Zweifel kommen.
Leider hat mir noch kein Autoverkäufer ein Fahrzeug für einen sagenhaft günstigen Preis angeboten, weil er mich als Referenzkunde für andere Kunden nutzen möchte. Auch zahle ich in meinem privatem, wie auch geschäftlichem Alltag meist den marktüblichen Preis.

Bei bekannten Persönlichkeiten sieht das meist etwas anders aus, dies fällt dann aber unter den Begriff des Sponsorings. Bei Politikern gibt es hier auch eine besondere Form des Sponsorings, aber lassen wir das Thema :-)

Zurück zur Referenzkundenmasche:
Sie als Unternehmer sind im schlechtesten Fall begeistert darüber, hier ein besonders günstiges Angebot für eine Homepage zu erhalten. Es ist auch überhaupt nichts dagegen einzuwenden, wenn der schon sagenhaft günstige Preis auf monatliche Beträge umgelegt wird.
Leider kommt es aber gerade in unserer Branche sehr häufig vor, dass die Referenzkundenmasche dazu genutzt wird, einen Kunden für mehrere Jahre an einen Vertrag zu binden.
Rechnet man die monatlichen Beiträge dann auf die Laufzeit des Vertrages hoch, sieht das Angebot schließlich doch etwas anders aus.

Ein Beispiel:
Es gibt bekannte Fälle, in denen Verträge für eine Homepage mit einer Laufzeit von 4 Jahren für den zunächst günstigen monatlichen Betrag von 150 € abgeschlossen werden. 150*12*4= 7.200 €
Das ist aber nur eine Seite der Medaille. das böse Erwachen kommt, wenn der Kunde schließlich bemerkt, dass die Homepage lediglich gemietet wurde, er also gar keine Rechte an dieser hat!
Nach Ablauf oder Aufkündigung des Vertrages steht der Kunde mit leeren Händen da und hat keine Homepage mehr.
Des Weiteren erhalten diese “Referenzkunden” meistens nur eine einfache Homepage, die sich eher mit einer “Web-Visitenkarte” vergleichen lässt.
Auf den Nutzen, bzw. der Nutzlosigkeit einer solchen “Web-Visitenkarte”  komme ich gleich zu sprechen.

Welche Überlegungen sollten Sie als Unternehmer bei einer Homepageerstellung anstellen?
Es dürfte unstreitig sein, dass eigentlich jedes Unternehmen zumindest eine Internetseite haben sollte.
Das Internet ist nun einmal ein hochfrequentiertes und auch etabliertes Medium, gerade im Bezug der Informationsbeschaffung.
Aus dieser Tatsache heraus erwächst aber auch selbstverständlich die Notwendigkeit, dass Sie auch in den gängigen Suchmaschinen gefunden werden. Und zwar mit einem relevanten Suchbegriff und nicht mit der Eingabe Ihres Namens!
Allein dies stellt schon besondere Anforderungen an eine Homepage.
Standardisierte Webseiten aus sogenannten Baukastensystemen machen es sogar für einen Laien möglich, sich hier relativ schnell und unkompliziert seine Webseite zusammen zu “basteln”.
Kann nett aussehen, wird aber wohl in den Suchmaschinen kaum auffindbar sein.
Ein wichtiger Punkt ergibt sich schließlich noch aus der Vertragslaufzeit, innerhalb von 4 Jahren verändern sich Technologien und auch Kommunikationsstrategien.
Möchten Sie sich 4 Jahre im Internet nicht weiterentwickeln und dadurch den Anschluss verpassen?
Betrachten Sie die rasante Fortschreitung des Social Media Marketings, z.B. Facebook & Co.
Auch hier gilt es sich zukünftig daran zu beteiligen, zumindest sollte aber Ihre Homepage die technischen Mindestanforderungen hierfür vorweisen.

Wie könnte eine seriöse Vertragsgestaltung aussehen?
Wie schon erwähnt ist gegen eine Umlegung der Gesamtkosten auf monatliche Beiträge nichts einzuwenden.
Die Vertragslaufzeit sollte maximal zwischen 12 und 24 Monaten liegen. In dieser Zeit amortisiert sich die Erstellung auch für den Dienstleister.
Die Homepage sollte den aktuellen technischen Anforderungen, gerade auch im Bezug auf Suchmaschinentauglichkeit entsprechen. Überprüfen Sie diese oder noch besser, Ihr Dienstleister informiert Sie monatlich über die Positionierung in den Suchmaschinen.
Hieraus resultiert automatisch eine zeitgemässe und professionelle Erstellung.
Stellen Sie sicher, dass Ihnen die Rechte an der Homepage gehören! Nur so können Sie bei einem Wechsel des Dienstleisters Ihre Homepage übernehmen.
Seriöse Unternehmen haben nach meinem Rechts- und auch Geschäftsempfinden hiermit kein Problem.
Vorteilhaft ist auch eine Vereinbarung bezgl. des Kündigungsrechts.

Ich mache an dieser Stelle keinen Hehl daraus, dass unser Unternehmen es wie folgt praktiziert:

Es wird ein Vertrag, in der Regel über 12 Monate, zur Erstellung einer Homepage, inklusive der Suchmaschinenoptimierung geschlossen.
Der zu wählende Suchbegriff wird gemeinsam mit dem Kunden erarbeitet und durch Fakten belegt.
Selbstverständlich hat der Kunde hier den vollen Einfluss auf das Design seiner Homepage.
Die Produktion der Homepage kann durchaus einige Wochen in Anspruch nehmen, da der Kunde eben keine zusammengebastelte Baukasten-Webseite erhält, sondern eine professionell entwickelte Webseite.
Der Kunde erhält monatlich einen Statusbericht über die Positionierung in Suchergebnislisten von Google und kann somit die Dienstleistung an dieser Stelle objektiv beurteilen.
Nach Ablauf der Vertragslaufzeit verlängert sich der Vertrag jeweils um einen Monat und ist somit monatlich kündbar.
Wir als Unternehmen sind also daran interessiert, dass die Webseite stets gut bei Google gelistet ist.
Dies macht auch den Großteil der Arbeit und auch der Kompetenz aus.
Die Suchmaschinenoptimierung ist kein einmaliger Prozess, vielmehr werden die Projekte monatlich ausgewertet und bei Bedarf weiter optimiert.
Machen wir unsere Arbeit also nicht erfolgreich, hat der Kunde die Möglichkeit den Vertrag jederzeit zu kündigen. Selbstverständlich hat der Kunde sämtliche Rechte an der Homepage!

Ich denke, ein durchaus faires Verhalten, leider wird die Branche durch das beschriebene unseriöse Verhalten einiger Unternehmen nachhaltig in Mitleidenschaft gezogen.
Glücklicherweise verbreiten sich solche Machenschaften aber dank des Web 2.0 sehr schnell, auch dies erleichtert einem Kunden natürlich die Auswahl eines geeigneten Dienstleisters.

Für Anregungen, Fragen oder Kritik stehe ich selbstverständlich hier in diesem Blog jederzeit zur Verfügung.

Robert Justitz

 

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann empfehlen Sie uns weiter!
DSA Extrablatt abonnieren

Kommentar verfassen: