Der Blick hinter die Nachrichten: DSA Worldnews

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Schliessung Opel Werk – Ein Armutszeugnis für das Management!

Geschrieben von am 20.12.2012 in Kommentare | 1 Kommentar

Kommentar von Robert Justitz

Das der Opel Konzern schon seit geraumer Zeit in wirtschaftlichen Schwierigkeiten steckt, war schon lange kein Geheimnis mehr.

Die wirtschaftlichen Gründe hierfür sind vielfältig und zum größten Teil hausgemacht.
Managementfehler, Produktpolitik, mangelhafte Markenführung und auch die Vorgaben des Mutterkonzerns sind unter anderem dafür verantwortlich.

Jede Krise birgt aber auch Chancen, hier wird aber bewusst nicht auf Zukunft gesetzt, vielmehr abgewickelt!

Beim Krisenmanagement wurden jedoch eklatante Fehler gemacht.
Es wurde vergessen, dass es hierbei um Menschen und Existenzen geht!
Dies zeigte auch die Berichterstattung der Betriebsversammlung, bei der der Vorstand in einem kurzen Statement die Schliessung verkündete und danach fluchtartig den Saal verlassen hat.
Ein Verhalten, dass sicherlich auch die Wertschätzung gegenüber den ihm anvertrauten Mitarbeitern widerspiegelt.

Die Ausrede, dass die Sicherheit des Vorstandes nicht mehr gewährleistet war, klingt wie eine platte Attitüde und ist ein zusätzlicher Schlag ins Gesicht der Mitarbeiter!
Ein souveräner Manager sollte in der Lage sein, auch mit Kritik der Belegschaft umzugehen.

Auch das spiegelt seine Geringschätzung gegenüber seinen Mitarbeitern wider.

Mit wem hat er es zu tun?

Eine Horde wilder Barbaren, die eine öffentliche Hinrichtung fordern?

Es geht hier um Menschen und um eine ganze Region, der die Existenzgrundlage entzogen wird!
Etwas mehr Courage und Fingerspitzengefühl hätte man einem Topmanager durchaus zutrauen dürfen!

Auch der Zeitpunkt der Verkündung ist bezeichnend!
Pünktlich kurz vor Weihnachten eine solche Entscheidung den Mitarbeitern in dieser Form vor die Füsse zu werfen?!

Ein unehrenhaftes, feiges und zutiefst verwerfliches Verhalten!

Gekrönt wird dieses „Theater“ durch die Absage des Firmenjubiläums aus Sicherheitsgründen! Selbstverständlich wäre es zu Protestkundgebungen gekommen, das ist aber auch das gute Recht der Mitarbeiter!

Warum schaltet sich das Management nicht direkt in die Bemühungen ein, Beschäftigungsalternativen für die betroffenen Mitarbeiter zu finden?
Es wird bequem abgewälzt.
Sollen Sie doch sehen, wo sie bleiben!

Mein Mitgefühl gilt allen Betroffenen. Ich wünsche Euch allen die nötige Kraft und Zuversicht, die Ihr nötig haben werdet!

Robert Justitz

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1 Kommentar


  • Von: W.Scholz
    am 21.02.2013 um 01:50 Uhr

    Die Manager der Opel AG sind BWLer/HSoB- Absolventen die seltenst in ihrem Leben mit Arbeit in Kontakt gekommen sind. Sie sind etabliert auf Grund ihrer Herkunft/Schulen/Verbindungen die nach dem Peter-Prinzip an ihre Stellung gekommen sind. In der prosperierenden Zeit hatte ein Chef das 3-13 fache der Arbeiter verdient, jetzt das 300fache. Dabei sind das Angestellte und KEINE Eigner.
    Arbeiter haben eine Reallohnsteigerung in 10 Jaheren von -0,9% gehabt, Vorstände haben sich schon mal 25% per anno genehmigt oder ihre Pesionszahlung bis zum über 100.LJ festschreiben lassen. Gut wenn man weiß, daß man so alt wird.
    Wenn die Arbeitenden nur auch mal so zusammenhalten würden wie die ‘obereb 10000′ würde es denen nicht so gut gehen – sie müßten vielleicht sogar mal die Verantworung tragen für die sie sich so gut bezahlen lassen.
    mfG W.Scholz

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