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Social SEO – Trendwende in der SEO?

Geschrieben von am 26.10.2012 in Fakten, Klartext | Keine Kommentare

Der vermeintliche Trend zum Social SEO wird die Branche rund um die Suchmaschinenoptimierung wohl nachhaltig verändern. Bereits im Juli 2011 stellten wir fest: „Google hat die Notwendigkeit und Möglichkeiten des Social Webs erkannt.“

Den Begriff Social SEO (soziale Suche) prägten Microsoft und Facebook. Damit leiteten sie ein neues Zeitalter der Internetsuche ein: Bei Suchanfragen über die Suchmaschine „Bing“ wurden individuelle und sozial-relevante Komponenten wie der „Like-Button“ oder persönliche Daten aus dem Facebook-Profil in die Relevanzbeurteilung einbezogen. Das wirkte sich auf die Position in den Suchergebnissen aus. Mit Social SEO sollen Suchergebnisse künftig noch besser auf Relevanz beurteilt werden. Diese Entwicklung wird hinreichende Auswirkungen auf die SEO-Branche haben: Wo bislang technische und inhaltliche Faktoren die Positionierung in den Suchergebnislisten beeinflussten, werden zukünftig auch „soziale“ Faktoren berücksichtigt. Das ist Social SEO.

Social SEO – Google zieht nach

Nun tritt Google ins Spiel Social SEO ein: Grundlage für Social SEO ist die Tatsache, dass die Präsenz und Aktivität innerhalb sozialer Netzwerke heute bereits eine große Rolle in der Online-Marketing-Strategie von Unternehmen spielen. Allein über Facebook generieren viele Webseiten den Großteil ihres Traffics: Jedes „Like“, jedes Teilen und jeder Kommentar erreicht weitere potenzielle Besucher. Doch selbst Experten sind sich uneinig über die Auswirkungen dieser „sozialen“ Signale auf das Suchmaschinen-Ranking. Google lässt sich auch hier nicht in die Karten beziehungsweise Suchalgorithmen schauen. Die Sorge vor einer Manipulation ist zu groß.

Trotz einer 88,6 prozenteigen Marktdominanz beobachtet Google die Aktivitäten von Microsoft sehr genau. Im Mai 2011 hatte der amerikanische Soft- und Hardware-Hersteller seine Zusammenarbeit mit Facebook verstärkt: Der Suchdienst „Bing“ wurde in das soziale Netzwerk integriert. Hintergrund: Bei einem nachhaltigen Erfolg dieses Konzepts, geraten die Werbeeinnahmen von Google in Gefahr, die immerhin 98 Prozent des Gesamtumsatzes ausmachen. Die Antwort: Google+.

Motivation war sicherlich der Kampf gegen Facebook, das mit derzeit über eine Milliarde Mitglieder das größte soziale Netzwerk ist. Gleichzeitig geht es dem Unternehmen darum, ihre dominante Marktposition als Suchmaschinenbetreiber weiter auszubauen.

Social SEO – Das Gegenmittel in der Manipulation der SEO

Viele Suchmaschinenoptimierer versuchen durch bewusste Manipulation einen Vorteil in den Suchergebnissen von Google zu verschaffen. Oft gelingt das, werden sie jedoch entdeckt, fliegen sie aus der Datenbank der Suchmaschine. Jede Manipulation schadet Suchmaschine selbst: Liefert die Suchmaschine bei Suchanfrage manipulierte – nicht relevante Ergebnisse – erleidet sie einen Imageschaden, nicht der Webseitenbetreiber der manipulierten Seite!

Die Idee Social SEO ist dann vielversprechend, wenn die Inhalte aus sozialen Netzwerken tatsächlich auf die Beurteilung der Relevanz Einfluss nehmen. Es ließe sich ein zusätzlicher glaubwürdiger Eindruck über die Qualität der Webseite gewinnen. Das Problem und gleichzeitig die Chance für Google+ besteht darin, die Profile in den sozialen Netzwerken zu verifizieren. Bereits heute gibt es einen großen Anteil von„Fake Accounts“ – Profile, hinter denen sich keine reale Person verbirgt.

Listige Suchmaschinenoptimierer legen sich mehrer „Fake Accounts“ an und bewerten die zu optimierende Webseite entsprechend positiv. Auch hier arbeitet Google an Lösungen, die das eigene soziale Netzwerk stärken. Erster Vorbote ist die Möglichkeit für Autoren, Blogger oder Journalisten, eigenen Content mit dem „Google-Authorship-Markup“ zu kennzeichnen. Das ist ein HTML-Code-Schnipsel, der Google die Verknüpfung zwischen Autor und Artikel vereinfachen soll. Voraussetzung hierfür ist eine verifizierte E-Mail-Adresse und ein „Google+“-Profil.

Eine weitere Möglichkeit sind so genannte „Rich Snippets“. Hierbei handelt es sich ebenfalls um einen HTML-Code-Schnipsel, mit dem sich Inhalte mit weiteren Informationen wie beispielsweise Sternebewertungen versehen lassen können. Auf diese Weise fließen die Anzahl und die Bewertungen selbst in die Relevanzbeurteilungen ein.

Social SEO – der Wachstumsimpuls für Google+

Durch Social SEO erreichen die Suchergebnisse einen neuen Grad der Personalisierung. Die Bedeutung der klassischen Suchmaschinenoptimierung wird zukünftig stark abnehmen. Google hat mit seinem „+1-Button“ auf den „Like-Button“ von Facebook bereits reagiert. Es ist auch anzunehmen, dass diese Buttons direkten Einfluss auf die Positionierung im Google-Ranking haben werden. Es wäre nur konsequent, dass Google „Empfehlungen“ über „Google+“ einen höheren Stellenwert beim Ranking zuspricht als einer Empfehlung durch Facebook.

Wenn „Google+“ es tatsächlich schaffen sollte, die erwähnten „Fake Accounts“ zu unterbinden, verbessern sich die wahrscheinlich die Suchergebnisse nachhaltig. Zusätzliche schieben Negativmeldungen von Facebook diese Entwicklung an. Nach dem Börsengang muss das soziale Netzwerk sein Angebot stark kommerzialisieren, während „Google+“ überhaupt keine Gewinne erwirtschaften muss. 98 Prozent des Umsatzes wird ja aus Werbeschaltungen generiert. Sollte es Google schaffen, mit seinem sozialen Netzwerk Nutzer noch enger an sich zu binden, wird sich dies nicht nur stabilisierend, sondern auch wachstumsfördernd auf die weitere Unternehmensentwicklung auswirken.

Vermutlich werden viele Inhaber der rund 200 Millionen Gmail-Konten die neuen Funktionen ausprobieren und Nutzer werden sich mittelfristig mit „Google+“ beschäftigen. Einen Trumpf hat Google noch im Ärmel: Durch die gezielte Aktivierung von Meinungsführern, in diesem Fall seriöse Suchmaschinenoptimierer, entwickelt sich ein Multiplikationseffekt. SEO-Agenturen werden sich mit Social SEO auseinandersetzen und schließlich zum festen Bestandteil der SEO-Strategie machen müssen. Damit wächst zusätzlich die Anzahl der „Google+“-Profile.

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