Der Blick hinter die Nachrichten: DSA Worldnews

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Was hat der Regenwald mit meiner Currywurst zu tun?

Geschrieben von am 23.01.2013 in Fakten, Was macht mein Essen mit uns? | Keine Kommentare
Harald Wanetschka  / pixelio.de

© Harald Wanetschka / pixelio.de

Täglich treffen wir Entscheidungen, die Konsequenzen für unsere Gesellschaft haben. Der Coffee2go, die Rosinenschnecke zum Frühstück und die Currywurst am Nachmittag: Mit diesen Kaufentscheidungen beeinflussen wir Politik, Wirtschaft, Umwelt und verletzen Menschenrechte. Warum? Das möchten wir Ihnen in unserem Themen Spezial „Was macht mein Essen mit uns?“ zeigen.

Der Fleischkonsum ist weltweit stark gestiegen. Der immense Bedarf an Fleisch für die Currywurst muss bedient werden. Wie im Fleischatlas der Heinrich-Böll-Stiftung berichtet wird in südamerikanischen Ländern Regenwald gerodet. Nicht etwa um Rinder grasen zu lassen: Es soll Weizen, Soja oder Mais angebaut werden. Hieraus wird Tierfutter hergestellt. Ein Mast-Rind kann pro Tag bis zu 70 Kilogramm fressen. Das macht im Jahr einen Verbrauch von über 25 Tonnen Tierfutter. Ein weiteres Problem der großen Nachfrage ist der lukrative Handel mit diesen Nahrungsmitteln. In afrikanischen Ländern werden angebaute Nahrungsmittel auf dem Weltmarkt verkauft. Die eigene Bevölkerung hungert und ist auf humanitäre Hilfe und Re-Importe angewiesen.

Bauernhofromantik war einmal

Die Tier- und Fleischproduktion hat sich in den letzten 50 Jahren stark verändert. Früher herrschte ein ökologisches Kreislaufsystem. Bauernhöfe konnten weitestgehend autark Futter und Düngemittel herstellen. Dieses System ist nicht mehr rentabel und konkurrenzfähig. Die heutige Tier- und Fleischproduktion sind Fabriken der Massenproduktion. Die klassischen kleinen bis mittleren Herden gibt es nur noch selten. Massentierhaltung ist die Regel und keine Ausnahme. Verantwortlich dafür ist unsere Currywurst. Auch wenn sie gut schmeckt, darüber nachzudenken lohnt sich.

Daniel Weber

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