Der Blick hinter die Nachrichten: DSA Worldnews

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Ersthelfer auch in Werbeagenturen

Geschrieben von am 19.03.2012 in Klartext | Keine Kommentare

Jedes Unternehmen muss eine gewissen Anzahl an ausgebildeten Ersthelfern aufweisen. Um eine ständige Verfügbarkeit dieser Leute zu besitzen ist es natürlich von Vorteil wenn möglichst viele Mitarbeiter an diesen Kurs teilgenommen haben. Dies ist nicht nur zurecht Pflicht sondern auch sinnvoll. Im Vergleich Werbeagentur zu einer Baustelle sind die Gefahren augenscheinlich nicht so groß. Vom Gerüst fallen wird kaum jemand und der Umgang mit Giftstoffen, Chemikalien oder eines Nagelschussgerät sind große Ausnahmen.  Die Gefahren liegen im stressigen Bürojob eher im Bereich Herzinfarkt oder Schlaganfall. Wenn ich ehrlich bin kann ich nicht mit Sicherheit sagen ob ich in einem Notfall richtig reagieren würde. Mein letzter Kurs ist aus meiner Zivildienstzeit und mehr als 10 Jahre her. Eine Auffrischung also dringend notwendig. Also meldete ich mich, um einen solchen Kurs mitzumachen. Wo diese Kurse gemacht werden können ist von Stadt zu Stadt unterschiedlich. In meinem Fall war es der ASB Oberhausen. An diesem Wochenende war es also soweit. 2 Tage lang Herzdruckmassagen, Beatmung und Wunden verbinden. Gänzlich neu für mich war das bedienen eines AED – bekannter unter dem Begriff Defibrilator. Wie schont erwähnt ist mein letzter Besuch einer solchen Veranstaltung über 10 Jahre her. Seit dem hat sich einiges getan. Die stabile Seitenlage wurde vereinfacht, die Frage ob ich Rippen bei Herzdruckmassagen brechen darf wurde aufgehoben. Eigentlich auch logisch… besser gebrochene Rippen als der mögliche Tod.

Zusammenfassend die wichtigsten Fakten

Herzdruckmassage
Wie schon erwähnt: Bei einer Herzdruckmassage ist es nicht wichtig ob zu feste gedrückt wird. Eine gebrochene Rippe ist immer noch besser als den Verlust des Lebens. Es gibt sogar die Meinung, dass eine ordentliche HDM ohne Rippenbruch kaum möglich sei. Entgegen der Meinung von Hollywood ist eine Herzdruckmassage keine “Wiederbeleben” à la Baywatch in dem das Opfer nach einige Male drücken und beatmen wieder Quietschfidel weiter Urlaub machen kann. Nein – es dient einzig und allein den Kreislauf am laufen zu halten.

Beatmung
Mund zu Mund? Mund zu Nase? Das ist völlig egal. Das was in der Situation nun mal am geeignetsten ist.

Defibrilator
Auch hier hat Hollywood viel Dramatik geschaffen. Herzstillstand! Schnell werden die Geräte aufgeladen und gezündet. Wahr ist: Nur bei Herzkammerflimmern wird der Defibrilator genutzt und hat auch einen Sinn. Bei Herzstillstand muss eine Herzdruckmassage erfolgen. Der Defibrilaor führt beim Herzen sogar einen Herzstillstand aus. Klingt paradox aber nur so ist es dem Herz möglich wieder im korrektem Takt zu schlagen.

AED Din Zeichen

AED Din Zeichen

 

Schlaganfall
Bei Verdacht auf Schlaganfall unbedingt Notruf wählen. Bei kleinen Anzeichen wie z.B. starkes anhaltendes kribbeln, runter hängende Mundwinkel und Sehstörungen früh reagieren. Nur so ist schlimmeres zu verhindern.

Herzinfarkt
Auch hier ist jede Minute wichtig. Notruf verständig! Der Betroffene wird über Beklemmungen klagen. Psychologisch wichtig ist nun frische Luft. Bei Herzstillstand mit Herzdruckmassage und Beatmung beginnen. Im öffentlichen Raum gibt es automatische externer Defibrilatoren (AED). Ich kann nur jedem empfehlen so ein Gerät in einem Kurs zu bedienen. Keine Angst etwas falsch zu machen. Die Geräte sind narrensicher und lösen Strom dank eigenem EKG nur aus wenn es notwendig (Herzkammerflimmern) ist. Die Geräte arbeiten mit ca. 750 Volt – bei einem Körperwiderstand von ca. 500 Ohm also gerade einmal 1,5 Ampere. Lebensgefahr ist also (wenn ich nicht generell ein schwaches Herz habe) ausgeschlossen.

Ich kann nur jedem raten sich diese zwei Tage zu nehmen. Es verschafft viel mehr Sicherheit in Notfallsituationen. Die Kosten übernehmen übrigens die Berufsgenossenschaften und als Selbstzahler ist der Preis einer solchen Weiterbildung äußerst gering. Ich für meinen Teil habe einige Fragen beantwortet bekommen und mir ist sehr viel Unsicherheit genommen worden. Besonders das Verhalten eines Ersthelfers bei Herzinfarkts und Schlaganfall sollte geübt werden. In einer stressigen und leistungsorientierten  Branche wie der einer Werbeagentur kann ich mir nicht vorstellen, dass diese Probleme Ausnahmefälle darstellen würden.

Daniel Weber

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