Der Blick hinter die Nachrichten: DSA Worldnews

Das dsa-Extrablatt blickt hinter die Kulissen: Wir erzählen die Geschichte hinter den Nachrichten. Mal kritisch, mal satirisch – immer lesenswert.

Kommentar: Das hätte man sich sparen können

Geschrieben von am 06.11.2012 in Kommentare | 1 Kommentar

Das Betreuungsgeld war von Anfang an ein kontrovers diskutiertes Thema. Nun ist es beschlossen: Das Betreuungsgeld kommt 2013. Es soll an Eltern gezahlt werden, die für ihre Kinder zwischen dem 13. und 36. Lebensmonat keine staatlich geförderte Betreuung, beispielsweise eine Kindertagesstätte, in Anspruch nehmen.

Heißt: Wer sein Kind zu Hause betreut, erhält künftig für Kinder im zweiten Lebensjahr zunächst 100 Euro monatlich. Ab 2014 soll das Geld auch für Kinder im dritten Lebensjahr gezahlt werden. Das Betreuungsgeld erhöht sich dann auf 150 Euro. Den Anspruch besitzen auch berufstätige Eltern, die ihr Kind von Großeltern oder einer Tagesmutter betreuen lassen.

Das Thema hat in der Vergangenheit genauso wie heute für viel Kritik gesorgt. Schaffen 100 Euro tatsächlich einen Anreiz, sein Kind selbst zu betreuen und auf eine Kindertagesstätte oder ähnliche Einrichtungen zu verzichten? Babys und Kleinkinder kosten Geld. Sie benötigen Windeln, Pflegeprodukte, Spielzeug, Kleidung und vieles mehr. Daraus ergeben sich monatlich enorm hohe Kosten. 100 bzw. 150 Euro stellen da kaum eine finanzielle Entlastung für Familien dar.

Leisten Kitas mehr?

Wie sieht es dagegen in einer Kindertagesstätte als Alternative aus? Hier entstehen viel höhere Kosten. Die Gebühren für die kommunalen Kitas und Krippen richten sich in den meisten Fällen nach der Höhe des Einkommens und der Betreuungszeit. Je höher der Verdienst, desto höher die Kosten für die Kita. Warum sollen 100 Euro Betreuungsgeld ausreichen, während für die Betreuung in einer Kita wesentlich höhere Kosten angesetzt werden?

Leisten die Betreuerinnen etwa mehr als die Mütter zu Hause? Profitiert das Kind dort in anderer Form? 100 Euro stehen hier in keinem Verhältnis zu den Kosten für eine Betreuung in einer Kita. Geradezu lächerlich scheint dieser Betrag. Ein Elternpaar hat dieselben Kosten zu tragen – eine Kindererziehung kostet hier nicht weniger als in einer öffentlichen oder privaten Einrichtung. Wenn schon Anreize schaffen, dann auch nach realistischen Maßstäben. Sonst ließe sich annehmen, dass die erzieherischen Leistungen einer Mutter als weniger wertvoll angesehen werden als jene durch Erzieherinnen.

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann empfehlen Sie uns weiter!
DSA Extrablatt abonnieren

1 Kommentar


  • Von: Gassenreh, Jakob
    am 06.11.2012 um 16:46 Uhr

    In der Tat ist das Betreuungsgeld bezogen auf die Leistung speziell der Mutter zu gering angesetzt, aber ein richtiges und wichtiges Zeichen.
    Die Krippe scheint eine Einrichtung zum Wohlergehen von Erwachsenen zu sein, denn ein bezüglich der sehr frühen Krippenaufbewahrung nicht ausreichend beachtetes Problem (neben zu befüchtender erhöhter Stresshormonausschüttung infolge “learned helpnessless” und Wachstumshormonmangel infolge reduziertem Langsamen-Wellen-Schlaf in der Krippe) ist die mögliche Störung bzw. Verzögerung der frühkindlichen Sprachentwicklung Ein wichtiger Unterschied zwischen Tier und Mensch ist die Sprache auch als Basis des Denkens. Mangelnde primäre (besonders 0- 1,5 Jahre)frühkindliche Sprachentwicklung hat oft die Folge von Lese- und Rechtschreibstörungen und letztlich ungünstiger kognitiver Entwicklung.
    Dadurch ist zu erwarten, dass die wichtigste Resource, welche unser Volk besitzt, nur ungenügend sprachlich und kognitiv entwickelt geerntet wird. (Siehe Ärztereport der Barmer Ersatzkasse vom Januar 2012 mit bereits jetzt schon ca. 40% sprachgestörten Kindern im Alter von 5-6 Jahren (Gründe: Zunahme Tagesmütter: 2006
    ca. 14%, bereits 2010: 23%;; enorme Lärmpegel in Kitas); logopädische Behandlungskosten etwa 1 Milliarde Euro).
    Warum heißt es Muttersprache und nicht Vatersprache?
    Bereits ab der 20. Gestationswoche hört der Foet im Mutterleib flüssigkeitsangekoppelt die Mutterstimme und ist nach der Geburt massiv darauf fixiert, sodass eine längere (max. bis zu 3 Jahren) dyadenspezifische Beziehung zwischen diesen beiden Personen notwendig ist, zumal in diesem Zeitraum zumindest zwei kürzere Phasen besonders begierigem Sprechlernen des Kleinkindes individuell verschieden auftreten (siehe “Vergewaltigung der menschlichen Identität; über die Irrtümer der Gender-Ideologie”)

Kommentar verfassen: