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Transporterschütze dank Datenabgleich gefasst: Datenschutz missbraucht?

Geschrieben von am 24.06.2013 in Kommentare | 1 Kommentar

Der Straßenverkehr und insbesondere der auf Autobahnen wird den Autofahrern immer suspekter. Nach der Angst vor Steinewerfern und einer zunehmenden Anzahl an Geisterfahrern mussten Lkw-Fahrer jahrelang um ihr Leben fürchten. Über 700 Schüsse soll ein Scharfschütze auf Deutschlands Autobahnen abgefeuert haben. Zumindest das scheint nun ein Ende zu haben.

Nach vielfältigen Ermittlungsansätzen gelang der Polizei mithilfe eines groß angelegten Datenabgleiches der Durchbruch. Was niemand vermutet hätte: Der mutmaßliche Täter kommt aus denselben Reihen der Beschossenen. Er arbeitet für eine Spedition als Lkw-Fahrer.

Nach einer langen und bisher nicht zielführenden Ermittlungsarbeit scheint es der Polizei nun endlich gelungen zu sein, die Schussserie auf Deutschlands Straßen aufzuklären. Die Polizei nahm laut Bundeskriminalamt (BKA) Wiesbaden in Nordrhein-Westfalen einen 57-jährigen Mann fest. Er steht unter dem dringenden Verdacht, in mehr als 700 Fällen Autotransporter beschossen zu haben. Ziel waren vorwiegend Neuwagen auf Autotransportern. In mehreren Fällen kam es durch die Schüsse zu Unfällen.

Datenerhebung für die Sicherheit

Kein Tag ohne Nachrichten, in denen es um Datensammlung und deren Missbrauch geht. Das Bundeskriminalamt führte genau dies zum ersehnten Erfolg. Die Ermittler sammelten in großem Stil die Daten der vorbeifahrenden Fahrzeuge, heißt es. Da könnte so manch einer den Kopf schütteln und sich wieder bedroht fühlen. Bedroht von der Macht, dass persönliche Daten ohne Einverständnis gesammelt werden. Bevor erneut Kritik auftaucht: Wenn alle Fahndungsmöglichkeiten erschöpft sind, dann sollte die Datenerhebung als letztes Mittel legitim sein. Sollte das bedeuten, dass mein Kfz-Kennzeichen erfasst wird, ist mir das völlig egal.

Datenschutz hin oder her. Wägt man den Nutzen ab, nämlich nicht weiterhin der Gefahr eines Schützen ausgesetzt zu sein, so rückt der Datenschutz doch völlig in den Hintergrund. Durch die durchgeführte Datenerhebung wurde keiner Person geschadet. Im Gegenteil, die Sicherheit aller auf den Straßen steigt.

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1 Kommentar


  • Von: Elsaß, Jürgen
    am 08.08.2014 um 00:02 Uhr

    Steinewerfer BAB. Es sind nicht die Lkw Fahrer auch andere Gewissenlose. Warum geht man nicht her wie bei der Bundesbahn und spannt Fangnetze an den Brücken auf, die die Wurfgeschosse aufhalten. Hier sollte man die Versicherungen ebenfalls zur Kasse bitten, denn sie sparen die Unfallkosten

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