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Vergesst die Krise!

Geschrieben von am 11.10.2012 in Buchvorstellungen, Eurokrise | 1 Kommentar

Vergesst die Krise!: Warum wir jetzt Geld ausgeben müssen. von Paul Krugman, Campus Verlag 2012.

Der Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Krugman hält sich in seinem Buch nicht lang mit der Ursachenforschung auf: Ihm geht es vornehmlich darum, was wir nun tun können und sollten.

Der Klappentext verrät: Deutschland habe die Krise nicht verstanden. Sein Buch ist eine Anklage gegen die europäische und besonders die deutsche Sparpolitik. Seine Botschaft lautet: Wir sparen uns zu Tode! Krugman nimmt die Finanzkrise zum Anlass mit der weit verbreiteten Lehre des freien Marktes hart ins Gericht zu gehen.

Krugman gelingt es, wie gewohnt, in einer einfachen und verständlichen Sprache seine Ausführungen logisch und nachvollziehbar zu präsentieren. Wer mit dem Keynesianismus vertraut ist, oder ein regelmäßiger Leser des Blogs von Krugman bei der New-York-Times ist, wird nicht besonders viel Neues in dem Buch zu lesen bekommen. Trifft beides nicht zu, stellt das von Krugman entworfene Konzept eine interessante Alternative zum selbstregulierenden Markt dar.

Krugman kommt zu dem Ergebnis: Ohne staatliche Investitionen werden die Industriestaaten die Krise nicht überwinden können.

Über den Autor:
Paul Krugman lehrt an der Princeton University und ist einer der bedeutendsten und bekanntesten Wirtschaftswissenschaftler. 2008 erhielt er den Wirtschaftsnobelpreis. Er gilt als wichtigster politische Kolumnist Amerikas.

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1 Kommentar


  • Von: Stefan Wehmeier
    am 11.10.2012 um 19:03 Uhr

    “Der historische Liberalismus hat versagt – nicht als Liberalismus, sondern in seiner verhängnisvollen Verquickung mit dem Kapitalismus. Er hat versagt – nicht weil er zuviel, sondern weil er zu wenig Freiheit verwirklichte. Hier liegt der folgenschwere Trugschluss der sozialistischen Gegenströmung. Die liberalistische Wirtschaft war in Wahrheit keine freie, sondern eine vermachtete Wirtschaft, vermachtet durch Monopolbildung, kapitalistische Machtballungen, durch Konzerne und Trusts, die das Wirtschaftsleben über Preise, Zinsen und Löhne nach ihren eigenen Interessen bestimmten. Wo durch Monopole und Oligopole, durch Konzerne und Trusts der freie Wettbewerb entstellt und gefälscht, die freie Konkurrenzwirtschaft unterbunden und zerstört wird, da fehlt die elementare Grundlage eines liberalistischen Systems im ursprünglichen, klaren und eindeutigen Sinn dieses Wortes.

    Der Sozialismus ersetzt die private Vermachtung durch die staatliche Vermachtung der Wirtschaft mit dem Ergebnis, daß die soziale Gerechtigkeit keinesfalls erhöht, aber die automatische und rationelle Funktionstüchtigkeit der Wirtschaft entscheidend geschwächt wird. Der historische Weg, die unerwünschten sozialen Auswirkungen einer fehlerhaften Wirtschaftsordnung durch politische Maßnahmen und staatliche Eingriffe zu beseitigen, musste notwendig scheitern. Eine brauchbare Sozialordnung kann nicht mit bürokratischen Mitteln erzwungen werden, sondern nur aus einer richtig funktionierenden Wirtschaftsordnung erwachsen. Nur eine natürliche, dynamische Gesellschaftsordnung auf der gesicherten Basis einer natürlichen, dynamischen Wirtschaftsordnung ist stabil und kann ohne großen Aufwand an bürokratischen Mitteln und gesetzlichen Regelungen nachträglich noch politisch-rechtlich gesichert werden, soweit dies überhaupt noch erforderlich ist.”

    Dr. Ernst Winkler (aus Magna Charta der Sozialen Marktwirtschaft, 1951)

    Kaum jemand weiß heute noch, dass die echte Soziale Marktwirtschaft (freie Marktwirtschaft ohne Kapitalismus) nie verwirklicht wurde. Denn der eigentliche Beginn der menschlichen Zivilisation, ab dem allgemeiner Wohlstand auf höchstem technologischem Niveau, eine saubere Umwelt und der Weltfrieden selbstverständlich werden, setzt den elementaren Erkenntnisprozess der “Auferstehung aus dem geistigen Tod der Religion” voraus:

    http://www.swupload.com//data/Das-Juengste-Gericht.pdf

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