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Welche ökonomischen Auswirkungen hätte eine Rückkehr zur D-Mark?

Geschrieben von am 19.09.2012 in Eurokrise, Fakten, Klartext | Keine Kommentare

© Wilhelmine Wulff /pixelio.de

Schon längst wird über die Wiedereinführung der D-Mark nicht mehr nur am Stammtisch oder unter Verschwörungstheoretikern diskutiert, auch seriöse und etablierte Medien beschäftigen sich mit dieser Option. Wir stellen uns die Frage: Welche konkreten Folgen hätte eine Wiedereinführung der D-Mark?

Laut Forsa und Emnid Umfragen wünscht sich fast jeder zweite Deutsche die D-Mark zurück. Die Euro-Krise verursacht bei der Bevölkerung eine zunehmende Unsicherheit und einen Vertrauensverlust in die Gemeinschaftswährung.

Mangelndes Vertrauen der Bevölkerung in ihre Währung gefährdet auch den politischen Willen zu einer Gemeinschaftswährung. Es wäre auch kein neuartiges Phänomen, wenn ein Staat aus einer Währungsunion austritt. Immerhin ist dies seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs bereits 69 Mal geschehen.

Welche hypothetischen Folgen hätte der Austritt Deutschlands aus der Währungsunion und die Wiedereinführung der D-Mark?

Große Kapitalzuflüsse aus dem Ausland würde die D-Mark massiv aufwerten und damit die deutschen Ausfuhren verteuern. Ökonometrische Studien bezweifeln aber einen andauernden Einbruch der Exporte, da der Wechselkurs deutsche Ausfuhren nicht entscheidend beeinflusst.

Dieser optimistische Ausblick ist darin begründet, dass heimische Unternehmen oftmals Weltmarktführer in Nischenmärkten sind und die hohe Qualität der Produkte einer aufgewerteten D-Mark trotzen könnten. Experten rechnen lediglich mit einem Rückgang deutscher Exporten von 0,5 Prozent: Da 42 Prozent der deutschen Exporte aus importierten Vorleistungen bestehen, wären sie in der Lage durch sinkende Bezugskosten Preisnachlässe zu gewähren.

Sollte Deutschland tatsächlich aus der Währungsunion aussteigen, findet eine Abwertung des Euros auch gegenüber dem Dollar, Yen und Pfund statt. Das würde die Konjunktur der Rest-Euro-Zone anregen und zusätzlich die Absatzaussichten deutscher Exporteure in den europäischen Märkten verbessern.

Problematischer hingegen gestaltet sich die Wiedereinführung der D-Mark für die Besitzer von Auslandsvermögen: Das Nettovermögen von Deutschland im Ausland beläuft sich auf rund 900 Milliarden Euro. Das beinhaltet Wertpapiere, Immobilien und Beteiligungen. Findet die zu erwartende Aufwertung der D-Mark statt, schrumpft der Gegenwert des Auslandsvermögens. Expertenmeinungen zur Folge liegt in einer drohenden politischen Isolierung Deutschlands der Grund für den Vorbehalt der Wiedereinführung der D-Mark.

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