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Goldkauf – der sichere Hafen in der Krise?

Geschrieben von am 19.09.2012 in Eurokrise, Fakten, Klartext | 1 Kommentar

© Rike/ pixelio.de

Seit Jahrtausenden übt Gold eine magische Anziehungskraft auf die Menschen aus. Gold steht für Unvergänglichkeit, ist Sinnbild für die Ewigkeit und schon früh war es das Material zur Darstellung der Sonne, des göttlichen Lichts und der Götter selbst. Doch in Krisenzeiten zählt nicht die kulturhistorische Bedeutung von Gold, sondern Menschen erhoffen sich Sicherheit mit einer wertstabilen Vermögensanlage.

Langfristige Analysen belegen, dass der Goldpreis vor allem in Krisenzeiten steigt. Der letzte große Aufwärtstrend des Goldpreises liegt nun gut drei Jahrzehnte zurück. Die damalige Sowjetunion marschierte 1980 in Afghanistan ein und der Goldpreis stieg binnen weniger Monate von unter 200 US-Dollar auf über 800 US-Dollar. Der Höchststand war aber nur von kurzer Dauer: Anleger mussten mehr als 25 Jahre warten, bis sie ihren Einstandspreis wieder erreichten. Erst die Finanzkrise belebte die Nachfrage nach Gold wieder. Im Frühjahr 2008 notierte der Goldpreis erstmalig über der 1.000 US-Dollar Marke.

Gold – lohnende Anlage oder Beruhigungsmittel?

Unbestritten hat Gold in Krisenzeiten eine „beruhigende Wirkung“ auf Anleger. Auch ist der Ruf als Krisenwährung durchaus berechtigt, jedoch taugt Gold nicht zwingend als sichere Geldanlage. Vergleicht man die Entwicklung des Goldpreises und den Weltaktienmarkt in den letzten vier Jahrzehnten, so erzielten internationale Aktien deutlich höhere Gewinne als Goldanleger. Nach einer Recherche von www.test.de ist der Goldpreis über die gesamte Zeit um das 13fache gestiegen, die Aktien hingegen sind 43 mal soviel Wert wie damals.

Wie erklärt sich der Boom des Goldmarktes in Krisenzeiten?

Damals wie heute: In Krisenzeiten sind Goldinvestments erfolgreicher als Aktienanlagen. Die wachsende Unsicherheit in die Finanzmärkte lässt Anleger preisstabile Optionen für Investitionen und Anlagen suchen. Ebenso ist das emotionale Bedürfnis nach Sicherheit ausschlaggebend für den Ankauf von Gold.

Die Angst der Anleger vor Staatspleiten ist in Krisenzeiten allgegenwärtig. Eine resultierende Weltwirtschaftskrise treibt Anleger zum Goldkauf. Die hohe Gold-Nachfrage treibt den Goldpreis in die Höhe.

Eine eintretende Verknappung von Gold wirkt sich auf den Preis aus. Die Goldförderung stagniert seit einiger Zeit – Minenbetreiber setzten auf Übernahmen, anstatt neue Produktionskapazitäten zu schaffen. Ein weiterer Faktor für die Entwicklung des Goldpreises ist die Schmucknachfrage, besonders aus Schwellenländern. Bei einer Erholung der Konjunktur steigt die Nachfrage nach Goldschmuck, trotz eines hohen Goldpreises.Halten sich Schmuckkäufer zurück, werden Anleger auf den Plan gerufen.

Derzeit halten börsennotierte Indexfonds 2.000 Tonnen Gold im Gesamtwert von rund 80 Millionen US-Dollar. Zu Beginn der Finanzkrise lagen die Bestände der Fonds gerade bei der Hälfte.

Fazit

Ist das Investment in Gold tatsächlich auf rationale Gründe zurückzuführen oder ist Unsicherheit die Motivation? Die Wahrheit liegt, wie so oft, dazwischen.

Kurzfristig und speziell in Krisenzeiten kann man mit Gold durchaus ordentliche Renditen erwirtschaften. Das erfordert allerdings Erfahrung und Fachkenntnis, da der richtige Zeitpunkt für den Ein- und Ausstieg in das Goldinvestment getroffen werden muss.

Emotional betrachtet hat Gold in physischer Form unbestritten einen beruhigenden Effekt für den Besitzer. Das Gold sollte jedoch nicht als Spekulationsobjekt angesehen werden, welches nach einer festen Laufzeit Gewinn einbringen soll. Fatal wäre es, wenn der Anleger Gold mit geliehenem Kapital erwirbt. In diesem Fall kann sich die „beruhigende“ Wirkung schnell in ein persönliches Horrorszenario verwandeln.

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1 Kommentar


  • Von: Wolfgang
    am 03.07.2013 um 18:30 Uhr

    Bei dem Artikel stimmt leider etwas nicht. Bezogen auf den heutigen Goldpreis von 1.253,75 USD (Geldkurs) für eine Feinunze würden 2.000 Tonnen Gold exakt $80.887.096.774,19 USD kosten. Das bedeutet in unserer Schreibweise einen Betrag von rund 80 Milliarden USD.

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